Solaris Urbino

Die Busse des Typs Urbino werden von der polnischen Firma Solaris Bus & Coach in der Nähe von Posen (Poznan) hergestellt. Charakteristisch für die 2. Generation der Urbino-Baureihe sind die asymetrische Front und die stark gerundeten Dachkanten. Bei der 3. Generation sind die Dachkanten dagegen nur leicht abgerundet. Das Design wurde von der IFS Designatelier GmbH in Berlin entworfen. Der Urbino ist ein europäischer Bus: Gebaut in Polen, der Motor kommt (meistens) von DAF aus Holland, Getriebe, Achsen sowie Elektrik und Elektronik stammen von namhaften Zulieferfirmen aus Deutschland. Der Urbino wird derzeit in 4 Varianten angeboten:

2007 wurde der Solaris Urbino 9 durch den Solaris Alpino abgelöst.

Der grüne Dackel ist das Logo der Urbino-Baureihe. Er wurde in Bochum auf den Namen Poldi getauft.

Urbino 15

Nach Berlin ist München die zweite deutsche Stadt, in der die dreiachsigen Urbino 15 verkehren. Seit Anfang August 2004 sind die ersten Fahrzeuge auf der MVV-Buslinie 210 im Einsatz.

U15 Ettenhuber
Urbino 15 der Firma Ettenhuber auf der MVV-Buslinie 210

U15 Ettenhuber Lackiervorlage
Lackiervorlage der Solaris Urbino 15 der Firma Ettenhuber

Urbino 15 Zeichnung
Die Bestuhlung in der obigen Zeichnung entspricht nicht der Ausführung für die Buslinie 210. Diese wird mehr Sitzplätze besitzen.

Die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) waren das erste Verkehrsunternehmen in Deutschland, das 15 m-Busse von Solaris einsetzt. Allerdings dürfen die Solaris-Busse bei der BVG kein Typenschild tragen.

Urbino 15 Urbino 15
Solaris Urbino 15 der BVG (Werkfoto) Solaris Urbino 15 in Werkslackierung (Werkfoto)

Die Schweizer inufa Transport Rundschau hat den Urbino 15 probegefahren: Urbino et Orbi - die Dackel kommen!

Urbino 12

Im MVV wurden zuerst Urbino 12-Busse eingesetzt. Die folgenden Bilder zeigen einen Bus der Firma Geldhauser am Bahnhof Höhenkirchen-Siegertsbrunn.

Urbino 12 vorne Urbino 12 hinten
Auf dem Foto ist auf dem Dach die Klimaanlage zu erkennen. Im Heck ist auf der linken Seite der Raum für die Kühler gut erkennbar.
Urbino 12 Front Urbino 12 innen
Dieses Foto zeigt deutlich die asymmetrische Front des Urbino, wo die heruntergezogene Frontscheibe dem Fahrer einen besseren Blick auf die Bordsteinkante erlaubt. Im Innenraum fallen die an der Seite aufgehängten Sitze und auch der Kühlerkasten im Heck auf.

Die Zeitschrift BUS-FAHRT bietet einen Fahrbericht zum Urbino 12.

Technische Daten

Ein Vergleich zeigt die Unterschiede zwischen Urbino 12, Urbino 15 und Urbino 18. Der Urbino 15 bietet mehr Sitzplätze als ein Urbino 12 und besitzt 3 Achsen und 3 Türen.

 U12
Urbino 12
U15
Urbino 15
U18
Urbino 18
Länge12 m14,59 m18 m
Breite2,55 m2,55 m2,55 m
Höhe2,85 m2,85 m2,85 m
Achsen233
Türen2 (oder 3)334
Sitzplätze (im MVV)4142 + 253 + 146
Stehplätze (im MVV)59105109120
Wendekreis21,5 m25,0 m23,2 m

Einsatz im MVV

12 m-Busse des Typs Solaris Urbino 12 wurden im MVV zuerst von der Firma VBR u.a. in Unterschleißheim eingesetzt. Inzwischen setzen auch die Firmen Ettenhuber aus Glonn, Geldhauser aus Hofolding und Watzinger aus München Urbino 12 ein. Die Referenzliste von Solaris enthält Bestellungen von den folgenden Busunternehmen im MVV:

BusunternehmenLinienAlpinoUrbino 12Urbino 15Urbino 18Urbino 18 Hybrid
Ettenhuber, Glonn210, 211, 212 u.a.-254--
Geldhauser, Hofolding217, 224 u.a.323-2-
MVG, München -(3)-(3)(1)
VBR, Unterschleißheim219A, 219B u.a.418---
Watzinger, München263-5---

Einer der ersten 4 Urbino 15 der Firma Ettenhuber ist der 100. nach Deutschland gelieferte Bus von Solaris.

Einsatz in Deutschland

Urbino-Busse werden bereits in vielen deutschen Städten eingesetzt. Urbino 9 fahren nicht in Deutschland.

Hersteller

Das Unternehmen Solaris Bus & Coach ging aus der 1994 von Krzysztof Olszewski gegründeten Firma Neoplan Polska hervor. 1996 wurde im Werk in Bolechowo bei Posen (Poznan) die Produktion aufgenommen. Im Mai 1999 wurde zuerst der Urbino 12 vorgestellt, im September 1999 folgte der Urbino 15. Im Jahr 2000 wird mit einem Urbino 12 für das Berliner Verkehrsunternehmen ABUS erstmals ein Fahrzeug in die EU geliefert. 2002 wird mit den ersten Urbino 12 für die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) das 1000. in Bolechowo hergstellte Fahrzeug ausgeliefert. Nach der Übernahme von Neoplan in Deutschland durch MAN erfolgte im September 2001 die Umfirmierung in Solaris Bus & Coach. 2001 begann auch die Entwicklung des Solaris Urbino II, der schließlich im Herbst 2002 auf der IAA-Nutzfahrzeuge in Hannover präsentiert wurde. Solaris ist inzwischen Marktführer bei Omnibussen in Polen und besitzt einen hohen Marktanteil in Osteuropa. Zunehmend finden Solaris-Busse auch Verbreitung in Westeuropa und insbesondere in Deutschland. Die deutsche Niederlassung befindet sich in Berlin. Solaris bietet verschiedene Busbaureihen an:

Ein Herstellerportrait von Solaris gibt es bei stadtbus.de. Ein Artikel im Berliner Tagesspiegel erzählt die Entstehung der Firma Solaris: Ein Lächeln an der Haltestelle. Auch bei Wikipedia gibt es einen Artikel über Solaris Bus.


Dr. Thomas Diessel, 25.02.2008

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